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Die optimale Komposition der einzelnen Bauteile zu einem klingenden und funktionierenden Klavier oder Flügel wird vom Konstrukteur vor dem Bau errechnet und gezeichnet. Immerhin werden meist über 10.000 Teile verarbeitet.
Bei der Ausarbeitung werden die beim Pianospiel zusammenarbeitenden Teile optimal aufeinander abgestimmt.
Der Hammerkopf, der aus besonderem Filz besteht, wird bei der Intonation so bearbeitet, daß er einen wohlklingenden, flexiblen Ton über den Klangkörper abstrahlt. Beim späteren regelmäßigen Service des Klavierbauers oder Stimmers werden diese Arbeitsvorgänge nachkontrolliert oder gegebenenfalls nachjustiert.
Das verarbeitete Holz sollte eine Holzfeuchtigkeit von durchschnittlich 6-7% (Fasersättigungspunkt) haben, da es bei unserem Durchschnittsklima (20°C,40-60% Luftfeuchte) dann nicht mehr arbeitet.
Platz 1 der Beliebtheits-Skala
Trotz der elektronischen Tastenkonkurrenz - so wissen Experten - stehen in deutschen Haushalten 2 Millionen Klaviere. Der natürliche Klang und das Gefühl des mechanischen Anschlags sind kaum nachzuahmen. Jeder vierte Hausmusikant versucht sich als Justus Frantz, damit rangiert das Klavier auf Platz 1 der Beliebtheits-Skala.
Eine interessante Untersuchung der Herbert von Karajan Stiftung ergab: Kinder sind durch Musikerziehung schöpferischer, intelligenter und stabiler in ihrer Gefühlswelt als gleichaltrige ohne musikalischen Unterricht.
Die vielfältigen Wirkungsmöglichkeiten von Musik sind schon vom bloßen Zuhören bekannt. Ein Instrument ist ein einmaliges Werkzeug, um Stimmungen Ausdruck zu verleihen. Das Piano wird deshalb bevorzugt, weil man fast jeden Musikstil auf ihm, auch ohne weitere Begleitinstrumente, umsetzen kann. Außerdem ist das Piano eines der am leichtesten zu erlernenden Tasteninstrumente. Die Tonfolge ist regelmäßig und übersichtlich auf der Klaviatur angeordnet.
Bedingt durch die heutige Wohnsituation fragt man sich, ob man üb;erhaupt noch ein solches Instrument spielen kann oder sich für das Kompromissangebot Digitalpiano entscheiden sollte. Doch es gibt Gerichtsurteile, die den Klavierwunsch unterstüt;zen. Klauseln in Hausordnungen, in denen Musizieren auf bestimmte Zeiten beschränkt wird, sind unwirksam. Außerhalb üblicher Ruhezeiten (13-15 und 22-8 Uhr) ist Hausmusik erlaubt. (OLG Zweibrücken, 3 W 48/90). Am Wochenende gilt eine Obergrenze von 5 Stunden beim Klavierspiel (LG Frankfurt,2/25 O 359/89).
Seit einiger Zeit gibt es auch traditionelle Pianos, in denen ein Digital-Piano integriert ist. Dies ermöglicht dem Klavierspieler erstmals die Möglichkeit sein Instrument jederzeit zu nutzen.
Hat man sich einmal für die Investition Klavier entschieden, wird es erst richtig schwer. Das Angebot ist vielfältig, schwer zu überschauen und einzuschätzen. Für die Anschaffungsentscheidung des Interessenten ist wichtig, ob er das Instrument profimäßig nutzen, einem schönen Hobby nachgehen oder seinen Kindern das Erlernen des Klavierspieles ermöglichen will. Der Fachhändler kann dem Anforderungsprofil entsprechend beraten. Das ist wichtig, da die Preise der Klaviere sehr unterschiedlich sind und die Anforderungen darüber entscheiden, welches Instrument das richtige ist. Kaum ein Gegenstand des täglichen Lebens ist so langlebig, deshalb ist eine Anschaffung eine erstklassige Investition, die sorgfältig überlegt sein will. Es gibt zwar billige Pianos zu kaufen, doch erst ab ca. 5 - 6 TDM kann man ein Klavier erwarten, das eine vernünftige Qualität aufweist und langfristigen Anforderungen gewachsen ist. In dieser Preisklasse hat man auch die handelsüblichen 5 Jahre Garantie.
Klavierexperten warnen vor Billiginstrumenten. Sie haben schon manchen angehenden Klavierspieler zur Resignation gebracht. Die anfangs gesparten Kosten rentieren sich nicht. Dies unterstreicht auch ein Urteil vom Amtsgericht Dortmund: Wer ein Klavier für 2.950,-DM kauft, muss sich damit abfinden, wenn das "billige" Instrument beim Spielen "Schleifgeräusche von sich gibt und laut vernehmlich "klappert" (Az.:22 C 5852 /93). Natürlich gibt es auch Instrumente, die 18 TDM und mehr kosten. Langanhaltenden Klavierspielgenuß kann man aber auch in den günstigen Preisklassen um 5-10 TDM erwarten.
Auch das Geld für ein günstiges Instrument muss erst einmal verdient sein, deshalb bietet der Fachhandel verschiedene Möglichkeiten der Bezahlung.
Entscheidend ist nicht nur der Preis, sondern auch der spätere Service. Ist dieser nicht gewährleistet, hat man auch mit dem besten Instrument nicht lange Freude. Ein Piano sollte 2 mal im Jahr gestimmt werden, die Regulation muss über die Jahre kontrolliert und nachjustiert werden, um den optimalen Anschlag und die Klangqualität zu erhalten.
Gleichgültig, ob man sich für ein gebrauchtes oder neues Instrument entscheidet, man wird selten etwas in der Billigpreisklasse finden. Ein privates Angebot sollte durch einen Klavierbauer geprüft werden, da selbst gravierende Mängel nicht offensichtlich erkennbar sind.
Fazit: Der Klavierkauf ist Beratungs- und Vertrauenssache.
Autor: Dirk Augustat
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